HCM - Hypertrophe Cardiomyopathie Kardiomyopathie bedeutet übersetzt Herzmuskelerkrankung. Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine Erkrankung, welche durch eine Verdickung des Herzmuskels gekennzeichnet ist. Da diese Erkrankung auf Englisch  "hypertrophic cardiomyopathy" heißt, wird sie auch im Deutschen als HCM oder HKM bezeichnet. Die Verdickung kann die gesamten Herzmuskeln, aber auch nur Teilabschnitte umfassen. Kommt es zu einer Verdickung unterhalb der Hauptschlagadermündung, spricht man von einer Obstruktion. Diese führt in der Regel zu einem Herzgeräusch. Die Muskulatur des Herzens wächst praktisch in den Kammerinnenraum, so dass sich das Lumen im Verhältnis zur Wandstärke erheblich verkleinert. Das Herz kann sich jetzt nicht mehr ausreichend mit Blut füllen, worauf es zu einem Rückstau in die linke Vorkammer und anschließend in den Lungenkreislauf kommt. Die Bildung von Lungenödemen (Flüssigkeit in der Lunge) oder Pleuralergüssen (Flüssigkeit in der Brusthöhle) ist die Folge. Anzeichen Die Erkrankung ist für den Besitzer im Anfangstadium, wenn überhaupt, nur sehr schwierig zu erkennen. Katzen zeigen im Gegensatz zu Hunden selten typische Anzeichen einer Herzerkrankung, wie Husten oder Leistungsschwäche. In fortgeschrittenen Stadien kommt es oft zu Atemnot, welche sich häufig durch Hecheln zeigt. Dies kann ein Warnsignal sein, welches immer durch einen Tierarzt abgeklärt werden sollte.       Weitere hinweisende Symptome für eine Herzerkrankung sind:       mangelnder Appetit       vermehrtes Schlaf- und Ruhebedürfnis       deutlich nachlassende Spielfreude und Belastbarkeit       beschleunigte Atmung mit Bauchpresse       Atmen/Hecheln durch den offenen Fang nach Belastung       bläuliche Schleimhäute       tastbar/sichtbar beschleunigte Herzfrequenz Diagnose Die einzige sichere Diagnosemöglichkeit ist derzeit eine Ultraschalluntersuchung, dabei kann HCM auch schon vor dem Auftreten von Symptomen nachgewiesen werden. Bei Routineuntersuchungen bemerkte Herzgeräusche können ein Hinweis auf das Vorliegen von HCM sein, ersetzen aber nicht den Ultraschall. Da die Erkrankung bei der Geburt meistens nicht präsent ist, sondern sich erst im Lauf der Zeit entwickelt, liegt der Zeitraum für eine sichere Diagnose zwischen ein und fünf Jahren. Das ist zwar eine große Zeitspanne, erklärt sich aber aus den obigen Ausführungen zur Genetik von HCM. Außerdem gibt es noch rassespezifische Variationen, so entwickeln betroffene Maine Coon-Kater HCM zwischen zwei und zweieinhalb Jahren, Maine-Coon-Katzen mit drei Jahren oder darüber, andere Rassen erkranken deutlich früher. Die Ursachen hierfür sind noch unerforscht. Behandlung Zunächst entscheidet Ihr Kardiologe anhand der gesammelten Befunde, ob eine Behandlung notwendig ist oder nicht. Ist eine Therapie unumgänglich, werden in der Regel im fortgeschritten Fall, wenn die Katze einen Pleuralerguss oder ein Lungenödem hat, mit Entwässerungsmedikamenten (Diuretika) und einem ACE-Hemmer behandelt. Daneben werden Herzfrequenz senkende Medikamente (in der Regel Beta-Blocker oder Kalzium-Kanal Blocker) verabreicht, wenn Herzrhythmusstörungen vorliegen. Um die gefürchteten Thromboembolien zu vermeiden, werden gelegentlich Aspirin, Warfarin u.a. Medikamente eingesetzt. Allerdings sind diese nicht sehr erfolgreich in der Vermeidung von Throboembolien. Das momentan beste Medikament ist ein "Low-molecular-weight" Heparin, was aber täglich vom Besitzer gespritzt werden muss. Da die Injektionen mit einer Insulinspritze unter die Haut gegeben werden, ist dies für die Katze nicht schmerzhaft und kann deshalb vom Besitzer durchgeführt werden. Bei Katzen gibt es keine Standardtherapie für HCM, sondern die Therapie wird auf das jeweilige Tier, das Stadium der Erkrankung, sowie speziellen Erwägungen zufolge auf den einzelnen Patienten hin zugeschnitten. Was kann der Züchter tun? Wie oben erwähnt, haben Rassenkatzen, wie auch Hauskatzen eine genetische Veranlagung HCM zu bekommen und somit auch zu vererben. Deshalb macht es Sinn, Katzen zu ultraschallen, bevor mit ihnen gezüchtet werden soll, besonders wenn es sich um eine der Rassen handelt, bei denen HCM gehäuft vorkommt oder wenn bekannt ist, dass verwandte Tiere ein Herzproblem haben oder hatten. Hierbei sollten: männliche Tiere ab 2 Jahren weibliche Tiere ab 3-4 Jahren echokardiographisch untersucht werden. Da diese Untersuchungen meist an klinisch unauffälligen Katzen durchgeführt werden, also die Veränderungen am Herzmuskel oft noch sehr gering sind, sollte diese Zuchtuntersuchung nur von Spezialisten (Kardiologen) mit grosser Erfahrung durchgeführt werden. Was kann der Käufer tun?  Der Käufer einer Rassekatze sollte sich vom Züchter nachweisen lassen, daß die Elterntiere HCM-frei sind. Sollte ein solcher Nachweis nicht vorliegen, sollte um die Untersuchung der Eltern gebeten werden Ist Ihr Tier positiv getestet, besteht kein Grund, in Panik zu geraten.Wenn Katzen im Frühstadium mit HCM diagnostiziert werden, können sie mit Medikamtengabe viele Jahre leben. Mehr Info's über HCM gibt es hier